Eichenprozessionsspinner. Quelle: Wikimedia Commons. Attribution: Stoeberhai (Lizenz CC BY-SA 3.0)

Schluss mit Bioziden!

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich rasant aus. Als Gegenmittel werden immer mehr Biozide versprüht. Wir GRÜNE Hiltrup sagen: Schluss damit! Wir fordern Alternativen.

Im Jahr 2019 waren im Stadtgebiet Münster knapp 20.000 Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen, die Anzahl hatte sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Entsprechend hat die Stadtverwaltung auch den Einsatz von Bioziden ausgeweitet.

Für uns GRÜNE Hiltrup ist dies kritisch: Die verwendeten Biozide stehen im Verdacht, auch andere Tiere, insbesondere Insekten und Nützlinge, zu schaden. Wir fordern daher einen Verzicht des präventiven Biozid-Sprüheinsatzes.

Stattdessen fordern wir intensivere, alternative Mittel zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners. Unsere BV-Fraktion hat gemeinsam mit einem Team des grünen Ortsverbands Hiltrup einen Antrag an die BV Hiltrup erarbeitet, der vorsieht:

  • Verzicht auf den Einsatz von Bioziden
  • Stattdessen verstärkter Einsatz der mechanischen Bekämpfung durch Absaugen der Raupennester,
  • hierfür frühzeitiges Bereitstellen von mehr Personal und frühzeitiger Planung und Priorisierung der Einsätze unter Beauftragung von Drittfirmen.
  • Außerdem: Erprobung alternativer Mittel, insbesondere das Aufhängen von Vogelnistkästen an sensiblen Orten (Schulen, Kitas…), um gezielt Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners anzusiedeln. Die Fressfeinde halten den Eichenprozessionsspinner in Schach, noch bevor die Raupen das für Menschen gesundheitsschädliche “dritte Raupenstadium” erreichen. Unter anderem die Niederlande und andere deutsche Kommunen haben mit diesem Konzept positive Erfahrungen gemacht.

Unseren BV-Antrag im Wortlaut findet Ihr hier:

Vorgehensweise zur Eindämmung des erhöhten Vorkommens des Eichenprozessionsspinners Ratsinformationssystem (Externer Link: Stadt Münster)

— Update 04.09.2019—

Die anderen BV-Fraktionen haben leider Vorbehalte gegen unsere Pläne. Es wurde der Vorwurf geäußert, die Grünen wollten die Verwaltung bloß “beschäftigen”. Andere Stimmen äußerten, Biozide seien erforderlich und schließlich wurde in Frage gestellt, ob die BV überhaupt zuständig sei.

Schade, dass die übrigen Fraktionen so wenig Mut hatten. Selbstverständlich ist es der Bezirksvertretung möglich, auf Grundlage der Gemeindeordnung und der Hauptsatzung der Stadt Münster Anregungen zu beschließen, um die Vorhaben als Initiative an den Rat der Stadt Münster und seine Fachausschüsse weiterzuleiten. Den übrigen Fraktionen der BV Hiltrup fehlt scheinbar der Wille.

Da es uns um die Sache geht, haben wir unseren Hiltruper Antrag als Anregung an die Verwaltung weitergegeben. Parallel wird die GRÜNE Ratsfraktion Münster das Vorhaben aufgreifen und im Umweltausschuss auf die Tagesordnung setzen: Es soll in Münster u.a. ein Modellprojekt zur Ansiedlung von Fressfeinden (Vogelnistkästen) geben, gleichzeitig sollen die finanziellen Mittel deutlich aufgestockt werden. Wir bleiben dran!

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