Wünschen sich mehr Erinnerungsarbeit im ehemaligen Lager Waldfrieden: Melanie Meier-Hajek (Grüne Hiltrup) und Carsten Peters (GAL-BV-Fraktionsvorsitzender)

GRÜNE: Waldfrieden bewahren und pädagogisch aufwerten

Die Hiltruper Grünen planen eine umfassende Aufarbeitung des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers „Waldfrieden“ in Hiltrup-Ost:

„Wir verfügen in Hiltrup über die Überreste eines NS-Zwangsarbeiterlagers. Das ist eine besondere Situation. Wir wollen historisch authentische Orte als mahnende Erinnerungsstätte bewahren und Geschichte ein Stück greifbarer machen.“, erklärt Melanie Meier-Hajek (Vorstandsmitglied der Hiltruper Grünen).


Die Hiltruper GRÜNEN beantragen in der Bezirksvertretung, das Gebiet des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers „Waldfrieden“ zu einem Bodendenkmal umzuwidmen, um es langfristig vor dem weiteren Verfall zu bewahren.

„Die 2010 eingerichtete Gedenkstätte war ein wichtiger erster Schritt. Jetzt müssen wir weiter gehen und ein umfangreiches Konzept entwickeln. In Vorgesprächen konnten wir bereits verschiedene Institutionen für unsere Idee gewinnen“, erklärt GAL- BV-Fraktionsvorsitzender Carsten Peters: „Auch die VVN/BdA, die gemeinsam mit Hiltruper Institutionen das Gedenkensemble errichtet hat und pflegt, spricht sich für eine umfassende didaktische Nutzung des Geländes aus“.

Der Antrag der Hiltruper GRÜNEN sieht vor, eine überparteiliche Expert*innenkommission aus verschiedenen öffentlichen und privaten Trägern einzusetzen, um den ehemaligen Lagerkomplex weiter zu erforschen, ein didaktisches Konzept zu erarbeiten sowie weitere Informationen, detailliertere Schautafeln und Führungen anzubieten. „Mit dem Sterben der letzten Zeitzeug*innen nimmt die Bedeutung alternativer Gedenk- und Erinnerungsformen zu. Für unsere Hiltruper Schulen kann das Lager eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht darstellen. Schülerinnen und Schüler haben hier einen authentischen Geschichtsort vor der eigenen Haustür“, erläutert Melanie Meier-Hajek.


„Hunderte sogenannter ‚Fremdarbeiter*innen‘ waren hier inhaftiert und mussten Zwangsarbeit leisten. Viele Menschen kennen noch die Geschichte des damals elfjährigen Nikolai Karpow (‚Der kleine Ostarbeiters‘). Jetzt ist es an der Zeit, diesem Ort in unserer Erinnerungsarbeit einen angemessenen Platz einzuräumen“, ergänzt Carsten Peters.

Der Antrag der Hiltruper Grünen wird in die nächste BV-Fraktion am 21. März eingebracht. „Wir gehen davon aus, bei einem solch gesellschaftlich bedeutenden Thema einen überparteilichen Konsens zu erzielen“, so Peters weiter.

Mehr Infos: Themenseite der Gedenkstätte am Waldpark (VVN/BdA) – externer Link

Rückblick: Ablehnung der geplanten Bebauung am Lager Waldfrieden (2017)

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